Sex-Affäre

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Dominique Strauss-Kahn hat sich momentan mit den Vorwürfen eines Sexualdeliktes auseinanderzusetzen. Über diese Dinge möchte ich mich hier nicht äußern. Vielmehr geht es mir um die aktuelle Berichterstattung über jene Vorfälle.
So wurde bereits am Sonntag, den 15.05.2011 im Deutschlandfunk von einem “Sex-Delikt” gesprochen. Darüber musste ich dann doch etwas aufhorchen. Mir schien in diesem Moment der gewählte Begriff “Sex-Delikt” bereits als eine Art Vorverurteilung des Beschuldigten. Irgendwie passt der Begriff “Sex-Delikt” nicht richtig in eine seriöse Nachrichtensendung. Auch, da er in meinen Augen doch recht umgangssprachlich ist.
Ein “Sex-Delikt” suggeriert verschiedene, klar vollzogene Handlungen, die sich allesamt auf die körperliche Vereinigung beziehen. In der Umgangssprache wird Sex als reiner Geschlechtsverkehr definiert.
Wesentlich trefflicher wäre sicher die Wahl des Terminus “Sexual-Delikt” gewesen. Dieser ist weiter gefasst, allgemeiner und weniger negativ bezeichnend. Zudem würde damit auch die Umgangssprache aus der Nachrichtensendung entfernt und eine mögliche Vorverurteilung des Beschuldigten vermieden.
Zumal die Verlesung der Anklage es für den 16.05.2011 angesetzt war. Bis dahin konnten lediglich Vermutungen geäußert werden.
Nennt mich engstirnig, meinetwegen auch verbohrt oder zusehr auf Nichtigkeiten achtend. Manchmal jedoch ist es besser, wenn man genauer hinhört.

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